2026 steht schon vor der Tür. Und nicht nur Sie fragen sich: „Wo ist eigentlich die Zeit geblieben?“ Ein guter Moment also, kurz innezuhalten und auf das vergangene Jahr zu schauen – und darauf, was die ehrenamtliche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr wirklich ausmacht. Spoiler: Es ist deutlich mehr als Feuer löschen und Katzen aus Bäumen retten. Auch wenn sich dieses Bild erstaunlich hartnäckig hält.
Zu rund 50 Alarmierungen kam es 2025. Ein Querschnitt durch das Aufgabenspektrum der Feuerwehr. Brände in vielen Varianten – vom Baumstamm über die Wohnung, den PKW bis zur Fläche. Technische Rettungen nach Verkehrsunfällen oder Arbeitsunfällen, ein in eine Brücke eingebrochenes Pferd, Gefahrguteinsätze mit Gasgeruch in Wohnhäusern. Und dazwischen viele Einsätze, die man nicht sofort sieht, wie die Unterstützung der Drohneneinheit des Kreises Herzogtum Lauenburg durch einzelne Kameraden.
Das ist der Teil der Feuerwehr, den man meist mit Blaulicht verbindet. Die sogenannte Einsatzbereitschaft. Plötzlich, ungeplant, mitten aus dem Alltag gerissen. Einsätze lassen sich nicht terminieren – sie passieren einfach.
Mindestens genauso wichtig ist jedoch das, was regelmäßig stattfindet: Ausbildung. In Aumühle jede Woche, Dienstagabend, zwei Stunden. Denn die Anforderungen an eine moderne Freiwillige Feuerwehr stehen denen einer Berufsfeuerwehr in nichts nach. Mit einem entscheidenden Unterschied: Während dort Menschen hauptberuflich im Dienst sind, geschieht hier alles ehrenamtlich. Und weil diese Frage immer wieder gestellt wird: Bei Einsätzen in Aumühle kommt keine Berufsfeuerwehr. In Deutschland gibt es sie erst in Städten mit etwa 80.000 Einwohnern. Bis dahin übernehmen Freiwillige Feuerwehren den Brandschutz – auch in Städten wie Geesthacht oder Reinbek.
Doch Feuerwehr endet nicht beim Einsatz. Brandschutzerziehung in Schulen, Kindergärten und der Altenwohnanlage. Verwaltungsarbeit, Lehrgangsplanung und Organisation. Fortbildungen auf Kreis- und Landesebene. Großprojekte wie die Beschaffung neuer Fahrzeuge oder – aktuell das größte Projekt seit Jahrzehnten – der Neubau des Feuerwehrhauses. Dazu Jugendarbeit, um Kinder und Jugendliche behutsam an die Feuerwehr heranzuführen. Und natürlich das Engagement bei Veranstaltungen im Ort – vom Flohmarkt bis zum Martinsumzug.
All das klingt nach viel. Und ja, das ist es auch. Aber auf viele Schultern verteilt, gut organisiert und mit Freude getragen, ist dieses Engagement vor allem eines: eine enorme Bereicherung für jeden Einzelnen, der Teil des Teams ist. Feuerwehr bedeutet, für andere da zu sein. Wenn Hilfe gebraucht wird. Ohne Pathos, ohne Heldentum – einfach aus Überzeugung.
Genau deshalb braucht dein Ort dich. Egal ob 18 oder 63, Frau oder Mann, ob viel oder wenig Zeit, ob handwerklich, organisatorisch oder einfach neugierig. Feuerwehr lebt von Vielfalt und vom Mitmachen.
Und nicht zuletzt gilt ein großes Dankeschön den stillen Unterstützern im Hintergrund – unseren Familien. Ohne ihr Verständnis für dieses manchmal sehr zeitintensive Ehrenamt wäre all das nicht möglich. Auch die Zusammenarbeit mit den politisch Verantwortlichen in Aumühle und auf Amtsebene funktioniert verlässlich und konstruktiv.
In diesem Sinne: Alles Gute für 2026. Und wer Lust hat, ist herzlich eingeladen, an einem Dienstagabend um 19 Uhr vorbeizuschauen. Vielleicht ist die Freiwillige Feuerwehr Aumühle ja auch ein Stück Lebensbereicherung für dich.